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Gewerbesteuer

Wie sich Hebesätze auf die Firmendichte auswirken

Gewerbesteuer Teaserbild

Die Gewerbesteuer ist eine wichtige Einnahmequelle für Gemeinden und ein relevanter Faktor bei der Suche nach einem Unternehmensstandort. In dieser Analyse untersuchen wir deshalb, wie sich der Hebesatz einer Gemeinde auf die Anzahl der dortigen Firmen auswirkt. 

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Maximilian Wieser
Branchenanalyst
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    Das wichtigste in Kürze:

    • Ein Vergleich von 38 Gemeinden zeigt: Je höher der Hebesatz einer Gemeinde, desto wahrscheinlicher ist eine niedrige Firmendichte in dieser Gemeinde.
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    • Die Gemeinde Langenwolschendorf aus Thüringen hat die höchste Firmendichte (15,84) und den niedrigsten Hebesatz (200%) in dieser Analyse.
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    • In Nordrhein-Westfalen gibt es die meisten Gemeinden mit sehr hohen Hebesätzen. Detail-Analyse aufrufen
    • Die Gemeinde Inden liegt deutschlandweit an der Spitze (Hebesatz: 700%). Der Hebesatz liegt 241 Prozentpunkte über dem Durchschnitt von NRW. Detail-Analyse aufrufen
    • In Bayern liegen die meisten Gemeinden mit niedrigem Hebesatz. Deutschlandweit haben zwei Gemeinden aus Thüringen und Sachsen-Anhalt die niedrigsten Hebesätze (200%).
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    Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Hebesatz und der Firmendichte?

    Für die folgende Analyse wurden die 38 Gemeinden mit den höchsten und den niedrigsten Hebesätzen der Gewerbesteuer, sowie die Firmendichte pro 20 Einwohner in diesen Gemeinden erfasst.

    Auf der X-Achse finden Sie die Anzahl der Firmen pro 20 Einwohner (Firmendichte). Die Y-Achse enthält den Hebesatz.

    Für die meisten Gemeinden gilt: Je höher der Hebesatz, desto wahrscheinlicher ist eine geringe Firmendichte.

    Beispiele sind Inden (Hebesatz: 700%; Firmendichte: 0,74) und  Thumby (Hebesatz: 250%; Firmendichte: 7,50).

    Dies gilt jedoch nicht für alle Gemeinden. Weshalb diese Korrelation nicht absolut gilt.

    GemeindeFirmen pro 20 Einw.Hebesatz
    Langenwolschendorf15,84200%
    Grünwald15,17240%
    Giersleben12,41200%
    Thumby7,50250%
    Neroth6,79545%
    Hamfelde5,89250%
    Gräfelfing5,15250%
    Stammham4,66240%
    Schönefeld3,50240%
    Bad Wiessee2,84240%
    Pöcking2,53240%
    Monheim am Rhein2,08250%
    Wolfertschwenden1,49230%
    Wettlingen1,48600%
    Gundremmingen1,35240%
    Kemnath1,30230%
    Bad Wörishofen1,29240%
    Scheuerfeld1,09550%
    Heimbach1,07550%
    Bad Alexandersbad1,07220%
    Bonn1,06537%
    Lützen1,03240%
    Erftstadt0,99565%
    Leverkusen0,91250%
    Röttenbach0,88230%
    Kreuzau0,88549%
    Waldbröl0,87565%
    Dahlem0,87561%
    Vettweiß0,80552%
    Alfter0,79550%
    Langerwehe0,77550%
    Mülheim an der Ruhr0,76580%
    Linnich0,74540%
    Inden0,74700%
    Ahnatal0,74535%
    Elsdorf0,68555%
    Nörvenich0,65550%
    Oberhausen0,57580%

    Insgesamt folgen 6 Gemeinden nicht diesem Trend (Neroth, Wettlingen, Bad-Alexanderbad, Lützen, Leverkusen, Röttenbach).

    Die Gemeinde Neroth hat trotz eines hohen Hebesatzes von 545% immer noch eine hohe Firmendichte von 6,79. Ein anderes Beispiel ist die Gemeinde Röttenbach. Der Hebesatz von 230% ist eher gering. Dennoch liegt die Firmendichte nur bei 0,88 pro 20 Einwohner.

    Obwohl hier nur Extremwerte mit den besonders hohen oder besonders niedrigen Hebesätzen berücksichtigt wurden, weisen die Ergebnisse dennoch klar in eine Richtung.

    Der Hebesatz ist nicht der einzige Faktor, der die Firmendichte bestimmt. Sie hängt auch von Faktoren wie Infrastruktur, regionale Lage, Branchenstruktur oder historische Entwicklungen ab.

    Gemeinden Hebesatz Firmendichte pro 20 Einwohner
    Langenwolschendorf 200 15,84
    Grünwald 240 15,17
    Giersleben 200 12,41
    Thumby 250 7,50
    Neroth 545 6,79
    Hamfelde 250 5,89
    Gräfelfing 250 5,15
    Stammham 240 4,66
    Schönefeld 240 3,50
    Bad Wiessee 240 2,84
    Pöcking 240 2,53
    Monheim am Rhein 250 2,08
    Wolfertschwenden 230 1,49
    Wettlingen 600 1,48
    Gundremmingen 240 1,35
    Kemnath 230 1,30
    Bad Wörishofen 240 1,29
    Scheuerfeld 550 1,09
    Heimbach 550 1,07
    Bad Alexandersbad 220 1,07
    Bonn 537 1,06
    Lützen 240 1,03
    Erftstadt 565 0,99
    Leverkusen 250 0,91
    Röttenbach 230 0,88
    Kreuzau 549 0,88
    Waldbröl 565 0,87
    Dahlem 561 0,87
    Vettweiß 552 0,80
    Alfter 550 0,79
    Langerwehe 550 0,77
    Mülheim an der Ruhr 580 0,76
    Linnich 540 0,74
    Inden 700 0,74
    Ahnatal 535 0,74
    Elsdorf 555 0,68
    Nörvenich 550 0,65
    Oberhausen 580 0,57

    Wo liegen die Gemeinden mit den höchsten und niedrigsten Hebesätzen?

    Die untere Deutschlandkarte zeigt die Gemeinden mit den höchsten und mit den niedrigsten Hebesätzen der Gewerbesteuer, sowie die Differenz zum durchschnittlichen Hebesatz in dem jeweiligen Bundesland.

    Hinweis: Ein + vor der Differenz zum Bundesland bedeutet, dass der Hebesatz der jeweiligen Gemeinde höher ist als der Durchschnitt des Bundeslandes. Ein – vor der Differenz bedeutet, dass der durchschnittliche Hebesatz des Bundeslandes höher ist, als in der jeweiligen Gemeinde.
    Gemeinde Hebesatz Differenz zum Ø Hebesatz im Bundesland
    Inden 700% +241
    Wettlingen 600% +223
    Mülheim an der Ruhr 580% +121
    Oberhausen 580% +121
    Erftstadt 565% +106
    Waldbröl 565% +106
    Dahlem 561% +102
    Elsdorf 555% +96
    Vettweiß 552% +93
    Alfter 550% +91
    Heimbach 550% +91
    Langerwehe 550% +91
    Nörvenich 550% +91
    Scheuerfeld 550% +173
    Kreuzau 549% +90
    Neroth 545% +168
    Linnich 540% +81
    Bonn 537% +78
    Ahnatal 535% +115
    Gräfelfing 250% -126
    Hamfelde 250% -139
    Leverkusen 250% -209
    Monheim am Rhein 250% -209
    Thumby 250% -139
    Bad Wiessee 240% -136
    Bad Wörishofen 240% -136
    Grünwald 240% -136
    Gundremmingen 240% -136
    Lützen 240% -150
    Pöcking 240% -136
    Schönefeld 240% -136
    Stammham 240% -136
    Kemnath 230% -146
    Röttenbach 230% -146
    Wolfertschwenden 230% -146
    Bad Alexandersbad 220% -156
    Giersleben 200% -190
    Langenwolschendorf 200% -214

    Die Gemeinde „Inden in Nordrhein-Westfalen hat mit 700% den höchsten Hebesatz und liegt damit 241 Prozentpunkte über dem Durchschnitt in Nordrhein-Westfalen von 459%. Gleichzeitig hat die Gemeinde mit 0,74 Firmen pro 20 Einwohnern  die geringste Dichte an Unternehmen.

    Von den 18 Gemeinden mit den höchsten Hebesätzen, befinden sich 14 in Nordrhein-Westfalen.

    „Langenwolschendorf“ und „Giersleben“ sind die Gemeinden mit dem niedrigsten Hebesätzen (200%). Langenwolschendorf in Thüringen liegt 214 Prozentpunkte unter dem durchschnittlichen Hebesatz von Thüringen (414%). Giersleben in Sachsen-Anhalt hat einen um 190 Prozentpunkte geringeren Hebesatz als der Durchschnitt in Sachsen-Anhalt.

    Gleichzeitig hat Langenwolschendorf – wie oben dargestellt – die höchste Anzahl an Firmen pro 20 Einwohner (15,84).

    Die Deutschlandkarte zeigt auch klare Unterschiede zwischen den Bundesländern.

    Gemeinden mit niedrigem Hebesatz liegen vor allem in Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Gemeinden mit einem hohen Hebesatz finden sich vor allem in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

    GemeindeHebesatzBundeslandDurchschnitt. Hebesatz im BundeslandDifferenz der Hebesätze in Prozentpunkten
    Inden700%NRW459% +241
    Wettlingen600%Rheinland-P.377%+223
    Mülheim an der Ruhr580%NRW459%+121
    Oberhausen580%NRW459%+121
    Erftstadt565%NRW459%+106
    Waldbröl565%NRW459%+106
    Dahlem561%NRW459%+102
    Elsdorf555%NRW459%+96
    Vettweiß552%NRW459%+93
    Scheuerfeld550%Rheinland-P.377%+173
    Heimbach550%NRW459%+91
    Alfter550%NRW459%+91
    Langerwehe550%NRW459%+91
    Nörvenich550%NRW459%+91
    Kreuzau549%NRW459%+90
    Neroth545%Rheinland-P.377%+168
    Linnich540%NRW459%+81
    Bonn537%NRW459%+78
    Ahnatal535%Hessen420%+115
    Gemeinde Hebesatz Bundesland Durchschnitt. Hebesatz im Bundesland Differenz der Hebesätze in Prozentpunkten
    Langenwolschendorf 200% Thüringen 414% -214
    Giersleben 200% Sachsen-A. 390% -190
    Bad Alexandersbad 220% Bayern 376% -156
    Wolfertschwenden 230% Bayern 376% -146
    Kemnath 230% Bayern 376% -146
    Röttenbach 230% Bayern 376% -146
    Grünwald 240% Bayern 376% -136
    Stammham 240% Bayern 376% -136
    Schönefeld 240% Berlin 376% -136
    Bad Wiessee 240% Bayern 376% -136
    Pöcking 240% Bayern 376% -136
    Gundremmingen 240% Bayern 376% -136
    Bad Wörishofen 240% Bayern 376% -136
    Lützen 240% Sachsen-A. 390% -150
    Thumby 250% Schleswig-H. 389% -139
    Hamfelde 250% Schleswig-H. 389% -139
    Gräfelfing 250% Bayern 376% -126
    Monheim am Rhein 250% NRW 459% -209
    Leverkusen 250% NRW 459% -209

    Fazit der Analyse

    "Unsere Analyse zeigt einen klaren Zusammenhang: In der Tendenz führt ein hoher Gewerbesteuerhebesatz zu einer geringeren Unternehmensdichte. Das macht den Hebesatz zu einem wichtigen Standortfaktor. Ein hoher Hebesatz führt jedoch nicht automatisch zu einer geringen Firmendichte. Auch andere Faktoren wie Infrastruktur oder die Branchenstruktur können ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Firmendichte spielen."

    Über diese Analyse

    Für die Analyse wurden folgende Quellen genutzt:

    • Die Anzahl der Firmen stammt aus der Unternehmensdatenbank von Listflix.de.
    • Hebesätze der Gemeinden und durchschnittliche Hebesätze der Bundesländer:
    1. Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Regionaldatenbank, Genesis Online: Code 71231-03-01-5
    2. Statistisches Bundesamt, Steuern, Durchschnittlicher Gewerbesteuerhebesatz
    • Einwohner der Gemeinden:
    1. Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Regionaldatenbank, Genesis Online: Code 12411-06-01-5

    Für diese Analyse wurden die Hebesätze der Gewerbesteuer und die Dichte der Firmen pro 20 Einwohner berücksichtigt.

    Die Anzahl der Firmen basiert auf einer Stichprobe aus der Listflix-Datenbank. Dabei wurden Firmen, die aufgrund ihrer Branchenzugehörigkeit eindeutig nicht gewerbesteuerpflichtig sind, in der Analyse auch nicht berücksichtigt.

    Aufgrund der Tatsache, dass es sich meistens um kleine Gemeinden handelt, wurde die Firmendichte pro 20 Einwohner berechnet.

    In der Statistik wurden nur Gemeinden berücksichtigt, die einen sehr hohen oder einen sehr niedrigen Hebesatz der Gewerbesteuer haben.

    Die Dichte pro 20 Einwohner wird berechnet, indem man die Anzahl der Firmen pro Stadt durch die Anzahl der dortigen Einwohner dividiert.

    Beispiel: Ein Wert von 1,0 bedeutet, dass auf 20 Einwohner eine Firma kommt; ein Wert von 5,0 entspricht fünf Firmen pro 20 Einwohner.

    Die Analyse wurde im Dezember 2025 erstellt. Die Firmendaten von Listflix sind ebenfalls von Dezember 2025.

    Hebesätze der Gemeinden für das Jahr 2024  – Stichtag: 31.12.2024

    Durchschnittliche Hebesätze der Bundesländer- Jahr 2024

    Einwohnerzahl der Gemeinden für das Jahr 2024 – Stichtag: 30.06.2024

    Jede Statistik bezieht sich auf Firmen, die entweder im Handelsregister eingetragen sind oder ihre Angebote bzw. Produkte als eigenständige Firma anbieten.

    Die Daten werden mit eigens entwickelten Webcrawlern tagesaktuell erfasst, verarbeitet und kategorisiert. Dabei kommen künstliche Intelligenz (AI) und weitere State of the Art Technologien zum Einsatz.

    Die Listflix-Adressdatenbank ist ein Angebot der Datamego GmbH, einem Technologieunternehmen aus dem fränkischen Nürnberg.

    Um seinen Kunden verlässliche Informationen zu allen Unternehmen in Deutschland bereitstellen zu können, hat Listflix eine hauseigene Firmendatenbank entwickelt. Durch die Listflix Crawling-Technologie wird die Firmendatenbank täglich aktualisiert.

    Die Statistiken auf dieser Seite basieren auf dieser Listflix-Adressdatenbank.

    Medien-Referenzen von Listflix

    Namhafte Medien wie DER SPIEGELFOCUS, WDR, NZZWirtschaftsWoche und viele mehr vertrauen auf die Listflix-Datenbank für ihre Recherchen. Hier finden Sie ausgewählte Medien-Referenzen von Listflix.

    Listflix ist bekannt aus

    DER SPIEGEL (Ausgabe 48/2022)